Gebäude


Pisé: eine innovative Bautechnik

Die Bauweise des Schulmuseums ist aussergewöhnlich: Es handelt sich um einen sogenannten Pisébau. Als Pisé wird ein Mauerwerk bezeichnet, bei dem Lehm in eine Schalung gefüllt und gestampft wird. Der Begriff Pisé kommt vom lateinischen «pinsare» oder «pisare» für «stampfen». Äusserlich lässt sich ein Pisébau von Steinbauten nicht unterscheiden, da die Fassaden verputzt sind.
Das erste im Thurgau als Pisébau erstellte Schulhaus entstand 1841 in Hauptwil. Es folgten die Schulhäuser Thundorf (1845), Mühlebach (1845/46), Räuchlisberg (1847) und Gottshaus (1848).
 


Die Pisétechnik hatte im 19. Jahrhundert einen schlechten Ruf und galt als «Arme-Leute-Bauweise». Für die Bauhandwerker damals war der Pisébau schlicht ein «Dreckhaus». Aus heutiger Sicht haben die Lehmhäuser ihre Bewährungsprobe längst bestanden.



© Stiftung Schulmuseum Mühlebach, 2010

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